Ein intelligentes System im Kampf gegen Überschuss

Allein in Österreich werden in der Landwirtschaft jährlich tausende Tonnen bestes Obst und Gemüse weggeworfen, weil sie beispielsweise bestimmten Marktstandards nicht entsprechen – zu groß, zu klein, zu krumm – oder als Überschuss für Landwirt*innen kurzfristig über ihre begrenzten Vertriebsmöglichkeiten nicht absetzbar sind.

Wir, die Geschwister Cornelia und Andreas Diesenreiter, haben zusammen mit einem tollen Team Unverschwendet mit der Vision gegründet, den größtmöglichen nachhaltigen Impact im Bereich Lebensmittelabfallvermeidung zu erreichen: ökologisch, sozial und ökonomisch.

Unverschwendet wurden bisher allein aus dem Großraum Wien über 7.500.000 kg überschüssiges Obst und Gemüse angeboten. Die Statistik Austria schätzt die Verluste von Obst und Gemüse 2018 in Österreich auf 252.000.000 kg, konkrete Zahlen fehlen im Bereich Lebensmittelabfälle in der Landwirtschaft jedoch bis heute. Auch wenn Unverschwendet mit der Feinkostproduktion jedes Jahr ein starkes Wachstum möglich ist, wurde immer offensichtlicher, dass durch die Produktion von Feinkost nur ein geringer Teil der Überschüsse erhalten werden kann. Durch die Entwicklung eines Smarten Überschussmanagementsystems wollen wir überschüssiges Obst und Gemüse in der Landwirtschaft systematisch erfassen und kommerziell für die Lebensmittelindustrie, Gastronomie und den (Groß-)Handel verfügbar zu machen.

“Überschüssiges Obst & Gemüse einfach auf eine Platform geben reicht nicht aus”

Die grundlegende Arbeit des Projekts begann bereits 2018 mit ersten Testläufen der Vermittlung von frischen überschüssigem Obst und Gemüse an diverse Abnehmer*innen. 2019 haben wir damit begonnen unser Smartes Überschussmanagementsystem zu programmieren und verwenden mittlerweile eine voll funktionsfähige interne Beta Version, die laufend optimiert wird und mit neuen Features ausgestattet wird.

Begleitet wird das Projekt seit Beginn von der Universität für Bodenkultur, um alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu messen und bewerten. Langfristig soll durch die Datenerhebung und dein Einsatz von machine learning die Prognostizierbarkeit von Überschüssen verbessert werden. Das Projekt wird in den kommenden Jahren intensiv verfolgt und ein großes Budget durch die Feinkostproduktion erhalten.

Wir haben die Landwirt*innen aus unserem großen und stätig wachsenden Netzwerk laufend über die aktuellen Entwicklungen informiert und sie um ihr Feedback zu unseren Ansätzen gebeten. Dadurch konnten wir die Prozesse genau nach ihren Bedürfnissen gestalten und jeder einzelne freut sich schon auf die weitere Zusammenarbeit, bei der wir gemeinsam noch mehr Obst und Gemüse retten können. Wir haben auch schon mit vielen Gastronomiebertieben und Lebensmittelproduzentinnen Testläufe gemacht und Gespräche geführt und sie freuen sich alle über diesen tollen neuen Aspekt der Nachhaltigkeit von Lebensmittelabfallvermeidung die sie ihren Kundinnen dadurch bieten können.

Eine geschlossene Beta für Externe wäre für 2020 geplant gewesen, wird aber aufgrund aktueller Umstände auf voraussichtlich 2021 verschoben.

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