Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Menü

Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai 2026: Warum wir dieses Jahr Obst und Gemüse retten

Am 26. Mai ist wieder Tag der Lebensmittel-Rettung. Letztes Jahr haben wir viel darüber gesprochen, warum Fleischabfälle der Natur so sehr schaden. Heuer konzentrieren wir uns auf ein anderes großes Thema: Obst und Gemüse. Davon landet nämlich mengenmäßig am allermeisten im Abfall. Das ist nicht nur schade um das gute Essen, sondern auch eine Verschwendung von Energie, Wasser, und fruchtbarem Boden, die für die Produktion benötigt werden. 

Verschwendung direkt auf dem Feld 

Oft denken wir, dass Lebensmittel erst im Supermarkt oder bei uns zu Hause im Müll landen. Aber das stimmt nicht. Die Verschwendung beginnt schon auf dem Feld. Weltweit werden mehr als eine Milliarde Tonnen Lebensmittel niemals gegessen, weil sie schon während oder direkt nach der Ernte verloren gehen. Das sind etwa 15 Prozent aller produzierten Lebensmittel. In Österreich fallen jedes Jahr ungefähr 167.000 Tonnen an Obst, Gemüse und Erdäpfeln in der Landwirtschaft als Verluste an. In allen Bereichen zusammengenommen (Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Handel, Haushalte und Außer-Haus Verpflegung) entstehen in Österreich 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle und –verluste pro Jahr. Das entspricht etwa 135 kg pro Kopf. 

Das Eigenartige ist: In wohlhabenden Ländern mit moderner Ernte- und Kühltechnik entstehen sogar mehr Verluste am Beginn der Lebensmittelkette als in Ländern, in denen die Landwirtschaft weniger industriell geprägt ist. Das liegt an unserem System: Ständige Verfügbarkeit, Überproduktion und strenge Vermarktungsnormen führen dazu, dass genießbares Obst und Gemüse oft gar nicht geerntet oder später aussortiert wird. 

Der „Schönheitswahn“ im Regal und am Teller

Ein Hauptgrund für diese Verschwendung ist, dass alles perfekt aussehen muss. Von den Supermarktregalen sind wir makellose Ware gewohnt. Wer würde noch zu den kleingewachsenen Erdäpfeln greifen oder Schadstellen ausschneiden, wenn der Drahtwurm mitgenascht hat? In der Gastronomie und Lebensmittelverarbeitung ist es ähnlich. Abweichungen von der Norm stören die auf Effizienz getrimmten Arbeitsabläufe. Das führt dazu, dass Handel und Lebensmittelverarbeiter genau vorgeben, welche Größe und Form ein Apfel oder eine Karotte haben muss. Aber die Natur hält sich nicht an solche Regeln. Insbesondere in der biologischen Landwirtschaft ohne den Einsatz von giftigen Pestiziden kommt es öfter zu Abweichungen. Doch auch eine Karotte mit zwei Beinen oder ein Apfel mit einem kleinen Fleck schmecken hervorragend. 

Was Sie tun können: Tipps für den Alltag 

Jeder und jede kann einen Beitrag leisten. Hier sind ein paar einfache Tipps: 

  • Greifen Sie zu „krummen Dingern“: Kaufen Sie auch Obst und Gemüse, das nicht perfekt aussieht. Am Markt, beim Ab-Hof Verkauf oder in sogenannten “Bio-Kisten” bekommen sie auch Obst und Gemüse, das nicht in die Normen der Supermärkte passt. 
  • In der Küche ist das Aussehen egal: Bei Eintöpfen oder Suppen spielt das Aussehen und eine abweichende Form am wenigsten eine Rolle.
  • Planen statt Verschwenden: Kaufen Sie nur so viel ein, wie Sie wirklich brauchen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Geldbörserl. 

Egal ob zu Hause, im Gasthaus oder direkt auf dem Feld: Jedes verschwendete Lebensmittel verbraucht unnötigerweise wertvolle Ressourcen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass alles Essbare auch wirklich auf dem Teller landet. 

Jeder gerettete Bissen zählt!